FAQ - Komposttoiletten, Trenntoiletten

Wie unterscheiden sich Trockentoilette, Trenntoilette und Komposttoilette?

Die Begriffe werden manchmal vermischt und sind nicht zwingend eindeutig definiert - grundsätzlich sind alle Trockentoiletten auch Komposttoiletten bzw. Humustoiletten und umgekehrt. Hier der Versuch einer Abgrenzung:

1. Trockentoilette
Bei der Trockentoilette gelangen alle Ausscheidungen in einen Behälter. Der Urin sickert nach unten und wird bei diesem Vorgang gefiltert. Durch die Benutzung von Einstreu werden Feuchtigkeit und Gerüche gebunden. Bei der ganz einfachen Variante (Eimertoilette) werden Fäulnisprozesse ausschließlich durch diese Beigabe von Einstreu verhindert. Zu Beginn wird der Behälter so hoch mit Einstreu gefüllt, dass die Feststoffe oberhalb der Flüssigkeit lagern. Nach Benutzung der Trockentoilette werden die Feststoffe wiederum mit Einstreu abgedeckt. Bei den komfortableren Varianten gibt es zusätzlich eine (meist passive) Entlüftung und Drainage. Dabei wird unten im Behälter die überschüssige Flüssigkeit von dem anderen Gemisch getrennt und außerhalb der Trockentoilette aufgefangen. Ist die Füllkapazität erreicht, wird der Inhalt extern kompostiert. Das Gemisch ist meist in seinen älteren Teilen bereits zu Rohhumus geworden, so dass es gut weiter kompostiert werden kann. Die Drainageflüssigkeit kann ebenfalls biologisch verwertet werden.

2. Trenntoilette
Bei einer Trenntoilette wird durch eine Urin-Auffangschale und -ableitung (oder einen internen Kanister) der Urin in einen separaten Behälter geleitet. Die Feststoffe gelangen in einen zweiten Behälter im Toilettenkorpus (Ausnahme Villa 9020: hier befindet sich der Behälter in einem darunter gelegenen Raum). Durch diese Trennung wird die Geruchsbildung verhindert, der gesammelte Urin kann letztlich verdünnt als Stickstoffdünger verwendet werden. Durch die Trennung sind kleinere Sammelbehälter möglich, trotzdem wird eine Leerung je nach Frequenz durchaus erst alle 2-3 Wochen notwendig. Trenntoiletten können elektrisch entlüftet werden - oder auch passiv. Die passive Entlüftung ist jedoch nicht so zuverlässig - ergänzend kann in diesem Fall etwas Einstreu verwendet werden.

3. Komposttoiletten
Bei Komposttoiletten wird die Kompostierung teilweise bis fast komplett in der Toilette vollzogen. Interne Rührwerke (bzw. durch manuelles Rühren), Thermobehälter (Wärme), Entlüftung sowie Drainage der überschüssigen, durchgesickerten Flüssigkeit vom Boden des Behälters kompostieren das Gemisch zu Humus (bzw. Roh-Humus), besonders in den älteren und tieferen Schichten. Großvolumige Behälter ermöglichen die zur Kompostierung notwendigen langen Leerungsintervalle.

Gibt es eine Übersicht über die Trockentoiletten?

Sie finden hier eine Auswahl von Trockentoiletten, sortiert nach Trenntoiletten und Trocken-/ komposttoiletten:

Trenntoiletten
Separett Villa 9000 (Trenntoilette)

hat den leistungsstärksten Lüfter und kann dadurch die Ausscheidungen im Sammelbehälter am intensivsten belüften. Dies ist besonders dann günstig, wenn das Entlüftungsrohr über längere Strecken und mit mehreren Biegungen geführt werden muss. Der elektrische Lüfter funktioniert mit der regulären 230V-Versorgung aus dem Stromnetz und ist in zwei Stufen regelbar. Villa (besonders 9020) ist das Modell mit den potenziell längsten Leerungsintervallen bei unseren Trenntoiletten und daher für den Dauergebrauch mit mehreren Personen vorteilhaft - und es ist standardmäßig mit insgesamt drei Sammelbehältern zum Wechseln ausgestattet.

Separett Villa 9010 (Trenntoilette)

ist baugleich mit Villa 9000, jedoch mit einem 12V-Lüfter ausgestattet. So eignet es sich insbesondere für den Betrieb mit Batterie und oder Solaranlagen (das Batteriekabel ist im Lieferumfang enthalten). Mit dem mitgelieferten 230V/12V-Netz-Adapter, der einfach an die Buchse des Lüfterblocks angeschlossen werden kann, ist aber auch der Betrieb am regulären Stromnetz möglich. Durch den niedrigen Strombedarf ergibt sich ein sehr energieeffizienter Betrieb, der für die meisten Einsatzorte eine ausreichende Ventilation sicherstellt. Bei geeigneten baulichen Verhältnissen (möglichst gerade Lüfterrohrführung bis über Dach, exponierte Lage) kann die Version 9010 auch mit Passivlüftung oder zusammen mit den als Zubehör erhältlichen windbetriebenen Lüfterrohraufsätzen betrieben werden.

Separett Tiny 1270, 1271 (Trenntoilette)

hat sehr kompakte Abmessungen und ein modernes Design. Sie kann mit integriertem Urinbehälter genutzt werden (Version 1270) und ist damit besonders für den gelegentlichen Gebrauch in Wohnmobilen und Booten geeignet. In der Version mit externer Urinableitung (Version 1271) ist sie jedoch auch an anderen Orten, wie z.B. Gartenhaus, Tiny House und auch Wohnhaus, einsetzbar. Sie ist elektrisch belüftet, kann aber auch passiv belüftet betrieben werden. Der sehr energieeffiziente Lüfter kann wahlweise direkt an eine Versorgerbatterie oder mit dem mitgelieferten Adapter an das 230V-Stromnetz angeschlossen werden.

Separett Privy (Trenntoilette)

bietet eine kostengünstige Alternative für Einsatzorte mit gelegentlichem Gebrauch. Der Privy-Trenneinsatz ist zur Umrüstung und Aufwertung bestehender Außentoiletten geeignet, kann aber bei etwas handwerklichem Einsatz auch als Basis für eine individuell gestaltete Trenn-Toilette im Eigenbau dienen. Zur Ergänzung kommen Sammelbehälter, Lüftungsrohre, Regenhaube sowie elektrische bzw. windbetriebene Lüfter zum Einsatz.

Separett Rescue Camping (Trenntoilette)

ist die mobile Variante einer Trenntoilette, die aus einem soliden Klapprahmen als Toilettenstuhl mit einfach aufsteckbarem Trenntoilettensitz besteht. Zusammen mit Fäkalienbeuteln und einem Kanister kann man so praktisch überall von dem geruchsmindernden und umweltgerechten Trenn-System profitieren, ganz ohne baulichen Aufwand.

Trocken-/ komposttoiletten
Separett Sanitoa Maxi (Trockentoilette)

ist eine einfache Trockentoilette ohne Separation. Sie ist durch den Einsatz von Einstreu weitgehend geruchsfrei. Dank der Behälterhöhe hat Sanitoa Maxi genug Kapazität für mehrere Benutzer bzw. Tage. Sanitoa Maxi kann einfach aufgestellt und ohne weitere Installation an praktich jedem Ort genutzt werden.

BIOLAN Maxi (Komposttoilette)

ist eine großvolumige Alternative für einfache, aber gebrauchsstabile Außentoiletten. Sie besteht aus einem thermoisolierten 200l Kompostbehälter, der über eine Entnahmeklappe einfach geleert werden kann. Biolan Maxi hat einen Thermositz, wird passiv entlüftet (optional elektrisch oder mit Windventilator) und ist ganzjährig nutzbar. Die Toilette funktioniert ohne Urintrennung mit Einstreu und kompostiert direkt im entlüfteten Thermobehälter in Verbindung mit der Drainage der überschüssigen Flüssgkeit. Sie ist damit eine komfortable Trocken-/ komposttoilette. Aufgrund der besonders robusten Konstruktion und des großen Volumens ist Biolan Maxi besonders für den langfristigen Dauerbetrieb im (halb)-öffentlichen Bereich (beispielsweise Hütten, Wald-/ Naturkindergärten oder Freizeitanlagen aller Art) geeignet. Ohne rückwärtige Entnahmeklappe wie Maxi, dafür mobil, ist Biolan Populett eine alternative Komposttoilette, die den Betrieb mit einem Wechselbehälter ermöglicht.

BIOLAN Komplet (Trockentoilette)

ist die kleinere Ausgabe einer Komposttoilette mit für viele Einsatzzwecke ausreichendem Volumen, jedoch ohne Thermoisolation des Gehäuses. Sie eignet sich daher gut als unkomplizierte Sanitärlösung für Außen- und Gartentoiletten. Biolan Komplet ist ebenfalls mobil und kann an gerade bevorzugten Nutzungsort gerollt werden. Zum Lieferumfang gehören Abluftrohre und Einstreu - damit ist alles komplett für den Start!

Welche Einsatzorte für Trockentoiletten kommen in Frage?

Sie können Trockentoiletten (Kompostoiletten, Trenntoiletten) praktisch universell einsetzen:

  • im Wohnhaus
  • für Gartenlaube, Kleingarten, Ferienhaus, Gartenhaus, Tiny House
  • für Camping bzw. Zeltlager
  • auf Baustellen - statt Miettoiletten-Container
  • im Wohnmobil - flexibler als Standard Kassetten-Toiletten
  • für Waldkindergärten bzw. Naturkindergärten
  • für die temporäre Gastronomie
  • für Freizeitanlagen, Golfplätze, auf Reiterhöfen
  • für Yachten, Boote

Sie finden den jeweiligen Beschreibungen Aussagen, für welchen Einsatzort bzw. Zweck das Produkt vor allem geeignet ist.

Wie funktionieren Komposttoiletten?

Hier finden Sie eine etwas technischere und weiterführende Beschreibung als weiter oben in den FAQ.

Komposttoiletten sammeln und kompostieren menschliche Ausscheidungen (meist) gemeinsam mit Beigaben wie Einstreu. Der Prozess der Kompostierung besteht darin, dass leicht verwertbares organisches Material durch den Einfluss von Sauerstoff und Bakterien größtenteils zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut wird. Aus einem Teil der entstehenden Zwischenprodukte entsteht Humus, der sich zunächst als Roh-Humus in der Komposttoilette bildet. Humus wird auch als "tote organische Substanz eines Bodens" bezeichnet.

Menschliche Ausscheidungen sind solch verwertbares organisches Material und werden unter den richtigen Bedingungen restlos kompostiert. Dabei verlieren die festen Fäkalien bis zu 90% ihrer ursprünglichen Masse. Die Ausscheidungen können getrennt oder gemischt als Dünger genutzt werden.

In Komposttoiletten (oder auch Humus-, oder auch Trockentoiletten) wird der Kompostierprozess durch Entlüftung, Filterung und Drainage eingeleitet. Ein Teil der Feuchtigkeit wird über die Entlüftung verdunstet, und die Feststoffe werden in einem längeren Prozess durch natürliche Mikroorganismen zersetzt, während die verbleibende Flüssigkeit durch das Gemisch (inklusive Einstreu) sickert und dabei gefiltert (sowie teils ausgeschieden) wird (Drainage). Das Gemisch kompostiert zu Roh-Humus. Die ausgeschiedene Flüssigkeit kann mit Wasser 1:2 gemischt als Dünger ausgebracht werden.

Abhängig von dem gewählten Toilettentyp findet die vollständige Kompostierung des Gemischs in einem Sammelbehälter in der Toilette oder im Anschluss in einem externen Komposter statt - dann kann es als Dünger ausgebracht werden.

Etwas anders funktionieren Trenntoiletten als Komposttoilette: Denn bei der Trennung von Feststoffen und Urin kann der gesammelte Urin nach einer ca. halbjährigen Lagerung verdünnt mit Wasser (etwa 1:7) als natürlicher Stickstoffdünger dienen - künstlicher Stickstoffdünger wird damit überflüssig. Die Geruchsbildung wird durch diese Trennung von Feststoffen und Urin sowie ggf. durch die Zugabe von Rindenschrot (stark zerkleinerte Rinde) oder Rindenmulch (zerkleinerte Rinde) vermieden. Die Feststoffe trocknen und verlieren stark an Volumen - sie werden nach der Leerung in einem externen Komposter weiter kompostiert und nach 1-2 Jahren als Dünger ausgebracht.

Bei den meisten Komposttoiletten bindet die Zugabe von Einstreu zusätzlich zur Entlüftungsleistung Feuchtigkeit und durch die gespeicherten Gerbstoffe auch Gerüche. Bei einer Trenntoilette werden die zur Geruchsbildung führenden enzymatischen und biologischen Prozesse im Ansatz verhindert. Eine Entlüftung mit elektischen Lüftern erzeugt in der Toilette einen Unterdruck und zieht Gerüche direkt ab. Hier kann meist auf die Zugabe von Einstreu verzichtet werden. Gleich ob ohne Trennung (mit ausreichenden Einsatz von Einstreu) oder mit Trennung: final können alle Ausscheidungen, ausreichend durchkompostiert, als Dünger eingesetzt werden.

Entstehen Gerüche?

Bei Trenntoiletten mit (elektrischer) Entlüftung treten praktisch keine Gerüche auf. Ist das Entlüftungsrohr gut mit Silikon gedichtet, können keine Gerüche in den Raum entweichen und sich dort verteilen wie beim WC. Bei reinen Trockentoiletten ohne Belüftung werden die Fäkalien immer ausreichend mit Streu bedeckt sowie der Behälter vor der erstmaligen Benutzung mit einer guten Schicht Streu gefüllt. Dann wird die Flüssigkeit besser absorbiert: auch hier entstehen keine bis wenig Gerüche im Raum.

Und außerhalb des Gebäudes/ Raumes?

Bei Trenntoiletten werden durch die direkte Trennung von Urin und festen Ausscheidungen die (u.a. von primitiven Abtritten berüchtigten) fäkalen Gerüche vermieden. Beim Trenn-System durch die Trennung und bei den nichttrennenden Trockentoiletten durch die spezielle Einstreu wird eine ausgeprägte Fäulnis also vermieden. Nur nach Gebrauch kann ggf. in der Nähe des Lüftungsrohr-Auslasses Geruch wahrnehmbar sein, was allerdings nur in Eingangs- oder Aufenthaltsbereichen störend wirken könnte. Dies lässt sich - wo nötig - umgehen, indem das Lüftungsrohr bis über Dachhöhe geführt wird. Sonst reicht auch eine direkte Wanddurchführung.

Treten Gerüche im Zusammenhang mit dem Urin auf?

Für den Urinsammelbehälter oder den Anschluss an ein normales Haushaltsabwasserrohr gilt wie auch für den Sammelbehälter in der Toilette selbst, dass alle entstehenden Gerüche bei aktiver Belüftung durch die Sogwirkung des Lüfters direkt abgezogen werden und daher nicht in den Raum entweichen können. Deshalb ist auch die Installation eines Siphons („Knie“, U-Rohr) als Geruchssperre fast immer unnötig (andere Geruchssperren sind hier zudem funktionaler). Besteht ein gleichmäßiges Gefälle, kann der Urin ablaufen. Da die Urinbecken in der Trenntoilette nach Gebrauch nicht (!) mit Wasser gespült werden, sondern nur zur gelegentlichen Reinigung, bilden sich auch keine Urinsteinablagerungen, die aus der Vermischung von Wasser mit Urin resultieren.

Bei der Ausbringung des Urins werden Gerüche durch die Verdünnung - etwa 1:7; ein Verhältnis, das auch für die Pflanzenverträglichkeit wichtig ist - weitgehend vermieden. Auch bei Einleitung in eine Pflanzenkläranlage oder der Verrieselung über eine Lehmwand entstehen praktisch keine Gerüche, da diese durch den Boden gebunden werden bzw. durch die Einwirkung von Sauerstoff eine direkte Nitrifizierung (Stickstoffbindung) ohne Ammoniakbildung erfolgen kann. Klingt sehr technisch, daher noch mal zusammen gefasst: „jauchige“ oder „fäkale“ Ausdünstungen bilden sich bei der Vermischung von Urin mit Wasser und von Urin und festen Fäkalien, wenn weder entlüftet noch Einstreu benutzt wird (und bei größeren Behältern die Drainage fehlt).

Noch ein Wort zu den Urinableitungen

Für diese gilt: je kürzer die Wege sind und je weniger Wasser im Spiel ist, desto weniger Ablagerungen bilden sich (desto weniger Quellen für Geruch existieren). Wichtig ist auch der Schlauchdurchmesser: dieser ist bei den Privy-Trenneinsätzen größer (als z.B. bei den Villa-Modellen), daher entstehen hier im Normalfall keine Ablagerungen. Bei Villa/ Tiny und relativ hoher Frequentierung können Sie Ablaufreiniger-Tabs nutzen, um die Urinableitungen frei von Ablagerungen/ Geruch zu halten.

Wie funktioniert die Belüftung?

Sollte der Lüfter kontinuierlich in Betrieb sein?

Ja. Der Stromverbrauch bei den Modellen mit aktiver, elektrischer Entlüftung ist relativ niedrig und der ständige Betrieb trägt generell zur Raumentlüftung bei und unterstützt ein trockenes Wohnklima. Außerdem ist der Lüfter im Dauerbetrieb weniger verschleißanfällig. Alternativ ist eine passive Entlüftung möglich - das ist abhängig von den verschiedenen Modellen und Varianten und erfordert meist (auch für Trenntoiletten) den Einsatz von Einstreu.

Wie ist die Geräuschentwicklung durch die Ventilatoren?

Das durch die Lüfter hervorgerufene Geräuschlevel ist niedrig. Bei den mit 12V-Lüfter ausgestatteten Modellen bewirkt dies nur ein leises, kaum bemerkbares Brummen (objektiv gemessen einige dbA weniger als bei Villa 9000 in Stufe 1). Auch bei dem Modell Villa 9000 auf Stufe 2 liegt das Level unter der Geräuschentwicklung üblicher Badentlüftungen. Die Resonanzbildung ist umso niedriger, je direkter das Entlüftungsrohr aus dem Raum geführt wird, abhängig vom Einsatz von Dämmfutter u.a.

Ist es besser, das Lüftungsrohr durch die Wand oder das Dach zu führen?

Sofern die baulichen Verhältnisse es zulassen, ist es einfacher, das Lüftungsrohr direkt durch die Wand zu führen. Eine Dachdurchführung erfordert mehr Aufwand, damit die Dichtheit gewährleistet bleibt. Hier ist es ggf. ratsam, eine spezielle Manschette zur Dachabdichtung zu verwenden. Bei passiver Lüftung oder in Verbindung mit einem Windventilator sollte das Lüftungsrohr in jedem Fall bis über Dachhöhe geführt werden - sei es seitlich durch die Wand oder direkt durch das Dach - damit genug „Zug“ entstehen kann. Es ist bei ungünstiger Lage auch hilfreich, das Lüftungsrohr zur Sonnenseite zu führen sowie dunkel zu ummanteln, um eine stärkere thermische Lüftungswirkung zu erzielen.

Muss das Lüftungsrohr isoliert werden?

Die Villa-Modelle haben eine integrierte Kondenswasserableitung und brauchen daher keine Isolation. Bei Privy, Sanitoa oder Biolan Maxi/ Komplet/ Populett/ Simplett ist eine Isolation des Lüftungsrohres empfehlenswert, sofern starke Temperaturdifferenzen auftreten oder die Toilette im Winter betrieben wird oder die Entlüfungsleitung relativ lang ist.

Funktion, Wartung und Reinigung

Braucht man für die Toilette bestimmte Zuschlagsstoffe?

Bei den Trockentoiletten mit Urin-Separation können sich die festen Ausscheidungen allmählich von selbst abbauen. Für eine erhöhte Bindung von Feuchtigkeit und um die Attraktivität für Fliegen zu mindern, kann nach Gebrauch einfach etwas trockene Gartenerde oder auch unsere spezielle Komposttoilettenstreu auf Rindenschrot-Basis zugegeben werden. Bei den nichttrennenden TCs empfiehlt sich die Verwendung dieses Kompost-Einstreumaterials.
Es gibt auch „Absorber“-Vlies zur Einlage in den Sammelbehälter der Toilette. Diese „Absorber“-Blätter helfen, überschüssige Flüssigkeit zu binden. In der Regel werden diese aber nicht unbedingt benötigt, sind aber bei Bedarf als Zubehör erhältlich. Bei der anschließenden Kompostierung im Garten empfiehlt sich die Mischung mit anderen Gartenabfällen wie Grasschnitt, Laub, Stroh, Häckselmaterial u. dgl. sowie die Abdeckung mit etwas Erde.

Wie sind die Toiletten zu reinigen?

Die TCs sind aus hochwertigem schlagfesten PP-Kunststoff mit glatter, fester Oberfläche gefertigt, der gegen Kratzspuren unempfindlich und daher leicht zu reinigen ist. Kot gelangt unmittelbar in die mit Einlegebeutel ausgeschlagenen Sammelbehälter und hinterlässt folglich sonst keine Spuren. Die Urinauffangschale von Villa und Privy hat zudem reinigungsfreundliche runde Formen ohne Kanten und Winkel und für eine saubere Erscheinung ist auch kein ständiges Nachspülen nötig. Es empfiehlt sich der Gebrauch von allgemein im Handel erhältlichen Mikrofasertüchern und ggf. etwas Flüssigseife. Von Zeit zu Zeit sollte bei Separett Villa das Steckgitter am Lüftereinlass gereinigt werden. Darüber hinaus besteht kein besonderer Aufwand.

Welche Art von Toilettenpapier soll verwendet werden?

Sie können jedes gebräuchliche Toilettenpapier (recycelte oder „frische“ Holzfaser-Zellstoff-Produkte) verwenden und mit in den Behälter geben.

Sind Fliegen mit diesen Toilettensystemen ein Problem?

Die Toiletten sind so konstruiert, dass der Sammelbehälter für Fliegen und andere Insekten kaum zugänglich ist. Auch der kontinuierliche Luftstrom bei Betrieb mit dem eingebauten Ventilator hilft, Fliegen fern zu halten. Schließlich sind die oben angeführten Zuschlagstoffe wirkungsvoll. Bei sporadischem Gebrauch und längerer Abwesenheit sollte der Sammelbehälter ausgetauscht und entleert oder zumindest mit dem Deckel verschlossen werden.

Falls sich doch einmal Insekten im Sammelbehälter eingenistet haben, sollten Sie den Behälter komplett leeren und trocknen. Benutzen Sie unbedingt nur Biolan Rindenschrot als Grundlage - mäßig geeignetes sonstiges Streumaterial kann die Ursache von Fliegenbefall sein. Geben Sie im Betrieb regelmäßig einmal täglich ca. 0,5l Streu hinzu. Sorgen Sie dafür, dass die Drainage frei ist und ordnungsgemäß funktioniert, ebenso die Entlüftung.

Funktioniert das Trenn-System für unterschiedliche Nutzer gleichermaßen?

Die Auffangschale des Trenn-Systems wurde nach Tests so gestaltet, dass sie für Frauen und Männer gleichermaßen funktioniert. Die Separett -Modelle sind in jedem Fall aber Sitz-Klosetts und dürfen von Männern nicht als Steh-Urinale missbraucht werden. „Villa“ (teilweise auch die Privy-Sets) wird zudem standardmäßig mit einem Aufsatz für die Urinauffangschale geliefert, mit dessen Hilfe die Separierung noch individueller optimiert werden kann. Für kleine Kinder gibt es außerdem einen speziellen Kindersitz, der einfach aufgelegt wird. Dieser ist als Zubehör für die Villa, die „Privy“-Sets und andere Trocken-Trenn-Toiletten geeignet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder schnell lernen wie sie richtig sitzen.

Welche Einlegebeutel lassen sich für den inneren Sammelbehälter verwenden? Sind sie kompostierbar?

Generell wird bei allen Separett -Modellen (außer Privy) eine Rolle Einlegebeutel mitgeliefert. Diese verhindern eine Verschmutzung des Sammelbehälters und vereinfachen die Entleerung und Reinigung. Die standardmäßig mitgelieferten aus festem und dennoch kompostierbaren Material (Polyethylen mit Pflanzenstärke) gefertigten Beutel bauen sich unter Kompostierungsbedingungen (ebenso wie die Absorbervlies-Blätter - vergleiche Zuschlagstoffe) allmählich vollkommen rückstandslos und umweltneutral ab. In Gebrauch sind sie bis zu 2 Monate stabil, bevor sie sich aufzulösen beginnen. Es gibt auch leichter kompostierende Beutel von guter Qualität geeignet für alle Komposttoiletten (vergleichen Sie unter Zubehör).

Die BIOLAN Komposttoiletten (außer Simplett) benötigen mit Ihrem großen Volumen keine Beutel. Durch die Mischung mit dem Biolan-Kompoststreu ist die Entnahme bzw. Umschichtung einfach und hygienisch.

Funktionieren die Trocken-Toiletten in unbeheizten Räumen?

Die Funktion der Toiletten ist nicht temperaturabhängig. Die Toiletten selbst vertragen auch Frosttemperaturen, ohne in Funktion oder Materialbeschaffenheit eingeschränkt zu werden. Sie sollten jedoch beachten, dass der Prozess der Kompostierung im Toilettenbehälter bei Minusgraden verzögert ist. Wenn Sie die Toilette dauerhaft während der kalten Jahreszeit benutzen wollen, sollten Sie den Toilettenaufstellraum ggf. beheizen.
Getrennt aufgestellte Urinbehälter sollten im Herbst geleert werden, um ein Auffrieren zu verhindern.

Wie werden die Behälter geleert, welches Fassungsvermögen haben diese?

Das variiert von Modell zu Modell - genaue Angaben dazu finden Sie in den Produktbeschreibungen.

Die Trenntoiletten bieten eine variable Kapazität: Urin beläuft sich auf bis zu 85% des Volumens menschlicher Ausscheidungen. Durch die Ableitung des Urins wird in der Toilette selbst nur wenig Volumen für Kot und Toilettenpapier in austauschbaren Sammelbehältern gebraucht. Daher reicht zum Beispiel die Kapazität eines Behälters (Separett Villa) bei Gebrauch durch eine Familie mit vier Personen für drei bis sechs Wochen. 

Durch Wechselbehälter (modellabhängig) ergibt sich eine hohe Flexibilität der Nutzung. Durch sie ist die Toilette immer gebrauchsbereit. Behälter mit Deckel sind gut transportabel. Daher kann die Vorkompostierung in den Behältern selbst oder gleich in einem Kompost-Container vermischt mit anderem Pflanzenmaterial erfolgen. Nach einer längeren Rotte sind potentielle Krankheitserreger abgebaut und Sie erhalten hochwertigen Humus für den Garten.

Was passiert mit dem Urin und den festen Fäkalien?

Die Inhalte aus Humustoiletten müssen nach Entleerung aus den Sammelbehältern einer fachgerechten Kompostierung unterzogen werden. Das sollte möglichst in geschlossenen Kompostsystemen erfolgen. Für die (Nach-)Kompostierung nutzen Sie geeignete Kompostierbehälter mit Deckel. Wenn Sie den Biolan Thermo Komposter 220eco (Art 3070) verwenden: dieser ist vor allem effektiv zur Kompostierung in den Übergangsjahreszeiten bis in den Winter hinein und wenn man auf möglichst wenig Platz effizient kompostieren will bzw. muss.

Sind hygienische Bedenken gegen den Einsatz der Trenn-Toiletten berechtigt?

Nein. Bei normalem Gebrauch kommt es zu keinem Kontakt mit den Ausscheidungen. Urin ist auch bei Ausbringung auf Gartenflächen potenziell nicht pathogen. Die Fäkalien (mit dem Toilettenpapier) wiederum verbleiben im Sammelbehälter oder Kompost-Container in einem geschlossenen System der Kompostierung, durch das sämtliche eventuell auftretenden Pathogene abgebaut werden können und Humus als unbedenkliches und organisch wertvolles Endprodukt entsteht. Im Gegensatz zu Sammelgruben und Kanalrohren kann auch keine Verseuchung des Erdreiches oder von Grundwasserleitern auftreten.

Ist es zulässig, den Urinableitungsschlauch an eine vorhandene häusliche Abwasserleitung anzuschließen?

Generell bedürfen Nutzungsänderungen der Abwasseranlagen einer behördlichen Genehmigung. Die jeweils lokal oder regional zuständigen Behörden haben die Entscheidungsbefugnis. Es gibt diesbezüglich in Deutschland keine einheitliche rechtliche Regelung. Durch die Installation einer Trenn-Toilette ist allerdings keine Verschlechterung der bestehenden Verhältnisse gegeben, von daher sollten keine objektiv begründbaren Einwände zu erwarten sein.

Wie hoch soll das Gefälle der Urinableitung sein?

Es reicht ein Gefälle von ca. 2 % bzw. wenigen Zentimetern pro Meter. Wichtig ist, dass ein Gefälle durchgängig über die gesamte Strecke sichergestellt wird. Je stärker das Gefälle, um so geringer die Verstopfungsgefahr.

Ist die Urinableitung und -sammlung frostgefährdet?

Urin beginnt erst ab ca. -5 Grad Celsius zu frieren. Überdies kühlt er von Körpertemperatur erst langsam ab. Wenn Leitung und Sammelbehälter nicht völlig exponiert im Freien liegen, besteht also keine Frostgefahr (ansonsten sorgen Sie im Herbst für Ablauf bzw. entleeren ggf. Behälter). Offene Leitungsstücke und der Sammelbehälter können bei Bedarf ggf. auch ohne größeren Aufwand isoliert werden.

Kompostierung (Umgang mit Urin und Kot)

Über den Umgang mit Kot, Kompostierung im Freien

Kot kann zusammen mit dem Toilettenpapier in hauseigenen Komposten oder in einer zentralen Kompostierungsanlage vererdet werden. Eine zentrale Kompostierung erlaubt sogar die Gewinnung von Biogas und Wärme.

Der Rotteprozess hängt von der Feuchtigkeit und Temperatur des Kompostes ab. Die Zugabe von weiterem organischen, stärke- (kohlenstoff)haltigen Material wie Stroh, Rindenhäcksel, Gartenschnittgut oder Hobel- und Sägespänen und die Regulierung der Feuchtigkeit des Kompostes über eine gezielte Regenwasserzugabe im ersten Jahr stellen hierbei einen effektiven Prozessverlauf sicher. Holzasche sollte nur weiß, d. h. holzkohlefrei, und mit Lehm oder Erde vermischt sparsam zugegeben werden, um die Kompostierung nicht zu behindern und den Kompost nicht zu alkalisch werden zu lassen.

Nach der Leerung des Sammelbehälters mischen Sie den Inhalt ein wenig durch, um Papieranhäufungen und ggf. nasse Stellen zu verteilen. Dabei sollte Material, das den Eintrag von Luftsauerstoff begünstigt, untergemischt werden. Besonders gute Luftkanäle bilden Stroh oder andere Hohlgräser wie Schafschwingel, aber auch Rindenhäcksel mit nicht zu grober aber auch nicht zu feiner Zusammensetzung ist dafür hilfreich. Durch Luftsauerstoff wird das Leben von Bodentieren und Bakterien ermöglicht, die den Humus verarbeiten.

Nachdem der Sammelbehälter ein Jahr lang auf denselben Komposthaufen entleert wurde, setzen Sie diesen Haufen um und beginnen auf einem neuen Platz den frischen Behälterinhalt aufzusetzen. Dabei fördert eine steile, hohe Form die Belüftung durch die Seitenflächen und den Rotteprozess. Dieser Haufen braucht nun Ruhe, damit Bodenlebewesen die Substanz durcharbeiten können. Am Ende eines weiteren Jahres setzen Sie beide Haufen separat um und beginnen einen dritten aufzusetzen. So verfahren Sie Jahr für Jahr, um in jeder Rottephase den spezifischen Bodenlebewesengruppen die gezielte weitere Umsetzung zu ermöglichen.

Nach einer relativ kurzen Rotte von zwei bis drei Jahren ist die Rohhumusmasse zwar hygienisch unbedenklich jedoch noch recht sauer und beinhaltet noch organische Substanzen, die z. B. wegen ihres zu hohen Stickstoffgehaltes treibend wirken und die Bodenfruchtbarkeitszone verflachen können. Das heißt, Wurzeln und Bodentiere halten sich vorzugsweise nur noch in den obersten Bodenschichten auf. Mit lange durchgearbeiteter Komposterde dagegen kann der Boden seine Fruchtbarkeit in immer tiefere Regionen hinein ausweiten, was z. B. auch die Erosionsfestigkeit begünstigt.

Wenn Sie genügend Geduld haben und dem Boden einen vollständig verrotteten und mineralisierten Humus zukommen lassen möchten, empfehlen wir bei mitteleuropäischen Verhältnissen für Komposte eine Rottezeit von mehr als vier Jahren. Dabei werden die Haufen natürlich immer kleiner, und schließlich bleibt eine kleine Menge mineralisierter Humussubstanz übrig, die in feinen Mengen zur Bodenverbesserung ausgebracht werden kann. Oft kommt nicht genügend Kompostmaterial zusammen, um einen Komposthaufen anzulegen. Dann ist es natürlich statthaft und sinnvoll, z. B. den Drei- mit dem Vierjährigen zu mischen und zur weiteren Rotte zu einem Haufen aufzusetzen.

Ihre Beobachtungen werden letztlich entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt zum Ausbringen erreicht ist. Langjährige Kompostierung hat den gewünschten Nebeneffekt, dass eventuell vorhandene Parasiteneier trotz ihrer Dauerhaftigkeit letztlich absterben. Bakterien und andere potenziell pathogene (krankheitserregende) Organismen werden (auch ohne Heißkompostierung in einer der ersten Rottephasen) letztlich ebenso bei langjähriger Kompostierung abgebaut, da sie nur einen beschränkten Zeitraum in einem für sie ungeeigneten Boden-Milieu überdauern können.

Kompostierung im Sammelbehälter oder einem geschlossenen Kompost-Container (Thermokomposter)

Wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist, kann Kot zunächst auch direkt im Sammelbehälter an einem geeigneten Ort kompostiert werden, während sich ein weiterer Sammelbehälter in der Kompost-Toilette füllt. Stellen Sie den Sammelbehälter auf trockenen Untergrund (z. B. Kies oder Bretter), um eine hohe Wärme zu halten. Mischen Sie etwas Humus oder Kompoststarter hinzu, um die nötigen Bodenlebewesen einzubringen. Wenn der Inhalt zu trocken ist, geben Sie ein wenig Wasser hinein. Bedecken Sie den Inhalt mit einer Schicht Erde. Drücken Sie den Deckel nur an einer Seite auf den Behälterrand, so dass Luftaustausch vorhanden ist. Nach mindestens sechs Monaten (je nach Temperatur) haben Sie mit etwas Begleitung bei der Rotteführung Rohhumus zum Nachkompostieren.

Da sich das Volumen zunehmend reduziert, kann dann der Behälterinhalt leichter transportiert und einer weitergehenden Kompostierung wie oben beschrieben zugeführt werden. Bei dieser Kompostierungsweise sind je nach Nutzungshäufigkeit mehrere Sammelbehälter sinnvoll.

Ebenso kann mit den handelsüblichen (Kunststoff-)Kompost-Containern mit festen Seitenwänden und Deckel verfahren werden. Ihr Vorteil liegt in der größeren Kapazität, den zuverlässiger erzielbaren hohen Rotte-Temperaturen und der geschützten und sicheren Aufbewahrung während des Kompostierungsprozesses. Gerade für die erste Stufe des Rotteverlaufs ist deren Einsatz vorteilhaft und empfehlenswert.

Über den Umgang mit Urin

Urin ist an sich und durch die separate Erfassung in den Trenntoiletten weitgehend hygienisch-steril. Pflanzenverträglich verdünnt (ca. 1 : 8) und in maßvollen Mengen auf nicht zu kleine Flächen ausgebracht ist er ein guter, unproblematischer Dünger. Vorsichtig dosiert (wenige Liter pro Kubikmeter frische Biomasse/ Jahr) fördert er auch die Umsetzung im Kompost (das Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis für die Lebensprozesse der abbauenden Mikroorganismen wird dadurch optimiert).
Der Separett „Ejektortank“ bietet eine entsprechende, komfortable Option zur direkten pflanzenverträglichen Ausbringung/ Verregnung, sofern Leitungswasser mit ausreichend Förderdruck vorhanden ist. Sonst eignen sich auch die als Zubehör angebotenen Sammelkanister mit passendem  Schlauchanschlußstück für die Urinableitung.

Ableitung über bestehende Abwassersammler

Urin kann bequem und ohne überflüssige Wasserverdünnung auch – sofern vorhanden - ins Abwasserrohr eingeleitet werden. Dies bietet sich besonders dann an, wenn Sie ein WasserClosett (WC) gegen ein TrockenClosett (TC) austauschen. Das Abluftrohr lässt sich dabei ebenfalls an das Abwasserrohr anschließen; die Luft wird so über die Dachentlüftung des Fallrohres nach draußen geleitet. Ebenso eignet sich zur Urin-Ableitung jedes andere Abflussrohr, z. B. eines Waschbeckens oder einer Dusche.

Ableitung in eine Pflanzenkläranlage (PKA)

Ein weiterer Weg ist die Einleitung des Urins zusammen mit anderen Abwässern in Pflanzenkläranlagen bzw. bepflanzte Bodenfilter. Pflanzenkläranlagen, durch die feststofffreies Abwasser geleitet wird, verstopfen nicht und können ohne Bodenaustausch über viele Jahre betrieben werden. Pflanzenkläranlagen lassen sich sehr flexibel der Personenzahl und den örtlichen Verhältnissen anpassen. Mit einer Trocken-Trenn-Toilette benötigen Sie nur etwa die Hälfte der sonst notwendigen Fläche und brauchen evtl. auch keine Schlammabsetzung zur Vorklärung. Dadurch sparen Sie Platz und Kosten. Wir vermitteln Ihnen gerne Fachleute, die eine für Ihre Bedürfnisse geeignete PKA entwerfen und auf Wunsch auch bauen.

Verieselung über eine Lehmwand

Ein bisher wenig genutzter Weg zur Urin-Umsetzung bei regelmäßig anfallenden größeren Mengen ist die Verrieselung über eine Lehmwand: Aus einem Sammelbehälter wird der Urin in Intervallen über eine senkrecht stehende Lehmwand gegeben. Die Lehmwand nimmt den Urin auf, lässt die Feuchtigkeit verdunsten und Salpeter auskristallisieren, der abgeschabt und in vorsichtiger Dosierung zu elementarem Luftstickstoff verbrannt werden kann. So wird der gebundene Stickstoff frei, belastet aber weder Boden noch Gewässer.

Bei Interesse am Bau einer Lehmwand fordern Sie bitte unser ausführlicheres Infoblatt ”Die Lehmwand” an. Auf Anfrage bemühen wir uns gerne, Ihnen einen Lehmbau-Fachmann in Ihrer Nähe zu vermitteln, der Ihnen bei diesem Pioniervorhaben, dem Bau einer Lehmwand mit Rat und Tat zur Seite steht.

Ergänzende Hinweise

Lange Nahrungsketten erzeugen! Menschliche Ausscheidungen sind nicht zur direkten Rückführung in den menschlichen Nahrungskreislauf geeignet. Die Nahrungskette sollte so lang wie möglich gehalten werden, damit die dabei gewonnenen Lebensmittel tatsächlich möglichst lebensvoll und so der menschlichen Ernährung und Entwicklung am besten dienlich sind. Deshalb sollten menschliche Ausscheidungen nach ihrer Vererdung nicht auf Nahrungsanbauflächen wie Gemüsebeete oder Getreidefelder ausgebracht werden. Geeignet sind z. B. Hecken, Parkgebiete, Zierpflanzen- oder Stauden-Beete. Völlig mineralisierter Humus kann auch im Wald ausgestreut werden.

Rechtliches - Grundsätzliche Vorkehrungen

Obwohl allgemein bekannt ist, dass auch die Schwemmkanalisation und die teilweise noch gängige Praxis zur Ausbringung von Klärschlamm auf Nahrungsmittelfeldern keine optimale Lösung darstellt, sind wir verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass die Entsorgung von Müll und Fäkalien bisher staatlicher Hoheit unterliegt, und dass zum Betrieb einer Toilette mit Eigenentsorgung bei der zuständigen Stelle ggf. eine Genehmigung eingeholt werden muss.

Insbesondere im Kleingarten sind Trockentoiletten zur Kompostierung im Allgemeinen anerkannt und bevorzugt. Nicht nur im Hinblick auf die Förderung der Bodenfruchtbarkeit, sondern auch, um aus hygienischen Gesichtspunkten alle eventuell vorhandenen Krankheitserreger abzubauen, empfehlen wir eine Kompostierungszeit von mehr als drei Jahren. Die Verwendung von Rohhumus bereits nach einem halben Jahr Rotte im Sammelbehälter ist nicht ratsam. Zum hygienischen Transport des Sammelbehälters gibt es die passenden dicht schließenden Deckel. Die Kompostanlage ist vor versehentlichem Zugang, besonders gegenüber Kindern, zu sichern.

Literaturhinweise:

  • Claudia Lorenz-Ladener, Wolfgang Berger (Hrsg.): Komposttoiletten. Staufen/Freiburg überarbeitete Neuauflage 2008
  • Klaus Bahlo, Gerhard Wach: Naturnahe Abwasserreinigung. Staufen/Freiburg 1992
  • Jörg Lange, Ralf Otterpohl: Abwasser. Handbuch zu einer zukünftigen Wasserwirtschaft. Donaueschingen 1997
  • Hans Mönninghoff (Hrsg.): Wege zur Ökologischen Wasserversorgung. Staufen/Freiburg 1993

Ist das nicht zu teuer?

Gerade bei Insellagen oder noch nicht vorhandenem Abwasseranschluss ist der Kauf und die Aufstellung einer Humustoilette wesentlich preiswerter als der Anschluss an die Kanalisation oder der Einbau einer Sammelgrube mit Anschluss an eine Wassertoilette. Auch ein normaler höherwertiger Toilettenstuhl einer Wassertoilette kostet teilweise mehr als eine mittelteure Trockentrenntoilette.

Eine Amortisation rein über die Wasserersparnis ist sicherlich schwierig, aber der ökologische Nutzen wiegt das für Sie eventuell auf!?

Sind auch Ersatzteile erhältlich?

Es sind alle notwendigen Ersatzteile erhältlich. Finden Sie die benötigten Ersatzteile nicht in unserem Onlineshop, senden Sie eine eMail serviceereasde. Geben Sie möglichst an, welches Ersatzteil Sie benötigen. Dies ist oft nicht möglich: dann hilft uns weiter, wenn Sie das Modell übermitteln sowie ggf. den Schaden schildern und ein Foto mitsenden. Wir informieren Sie dann über Verfügbarkeit und Preise. Im Garantiefall erhalten Sie selbstverständlich alle notwendigen Ersatzteile bzw. einen Austauschartikel.

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