Wie funktionieren Komposttoiletten?

Bei der Kompostierung wird leicht verwertbares organisches Material durch den Einfluss von Sauerstoff und Bakterien zu großen Teilen zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Aus einem der Teil der entstehenden Zwischenprodukte entsteht Humus, der als die "tote organische Substanz eines Bodens" bezeichnet wird.

Menschliche Ausscheidungen sind organisches Material und werden unter den richtigen Bedingungen restlos kompostiert. Sie verlieren dabei bis zu 90% ihrer ursprünglichen Masse. Sie können dann als Dünger auf Zierflächen genutzt werden.

In Komposttoiletten (oder auch Humus-, oder auch Trockentoiletten) wird der Kompostierungsprozess eingeleitet. Ein Teil der Feuchtigkeit wird über die Entlüftung verdunstet und die Feststoffe durch natürliche Mikroorganismen zersetzt. Abhängig von dem gewählten Toilettentyp findet die vollständige Kompostierung in einem Sammelbehälter in der Toilette oder in einem externen Komposter statt.

Bei einer Trennung von Feststoffen und Urin kann der gesammelte Urin nach einer halbjährigen Lagerung verdünnt mit Wasser als natürlicher Stickstoffdünger dienen - künstlicher Stickstoffdünger wird damit überflüssig.

Eine Geruchsbildung wird entweder durch die Trennung von Feststoffen und Urin oder durch die Zugabe von Rindenschrot (stark zerkleinerte Rinde) oder Rindenmulch (zerkleinerte Rinde) erreicht. Die Zugabe von Rindenschrot bindet zusätzlich Feuchtigkeit und durch die gespeicherten Gerbstoffe Gerüche. Bei einer Trenntoilette werden die zur Geruchsbildung führenden enzymatischen und biologischen Prozesse verhindert. Zusätzlich besitzen die meisten Humustoiletten eine Entlüftung mit Ventilatoren, die in der Toilette einen Unterdruck erzeugen und somit Gerüche direkt abziehen.

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Wie unterscheiden sich Trockentoilette, Trenntoilette und Komposttoilette?

Die Begriffe werden in Teilen vermischt - grundsätzlich sind alle Trockentoiletten auch Komposttoiletten, bzw. Humustoiletten und umgekehrt. Um die verschiedenen Typen etwas voneinander abzugrenzen, ist folgende Einstufung sinnvoll:

1. Trockentoilette
Bei der Trockentoilette sickert der Urin nach unten. Bei der ganz einfachen Variante (Eimertoilette) werden Fäulnisprozesse durch die Beigabe von Rindenschrot verhindert. Zu Beginn sollte der Eimer so hoch mit Rindenschrot gefüllt werden, dass die Feststoffe oberhalb der Flüssigkeit lagern. Bei den komfortableren Varianten befindet sich im Toilettenstuhl ein geteilter Behälter, in dessen unterem Bereich der Urin gesammelt wird. Auch dort werden durch die Benutzung von Einstreu die Feuchtigkeit und Gerüche gebunden. Nach Benutzung der Toilette sollten die Feststoffe mit der Einstreu abgedeckt werden um eine Geruchsbildung zu verhindern. 
Nach Erreichen der Füllkapazität wird der Inhalt extern kompostiert. 

2. Trenntoilette
Bei einer Trenntoilette wird durch ein Urin-Auffangbecken in der Toilette der Urin in einen separaten Behälter abgeleitet. Die Feststoffe verbleiben in einem Behälter im Toilettenstuhl. Durch diese Trennung wird die Geruchsbildung verhindert, der gesammelte Urin kann nach einer gewissen Zeit verdünnt als Stickstoffdünger verwendet werden. Ebenfalls wird durch die Trennung die Füllkapazität des Sammelbehälters nicht so schnell erreicht, so dass eine Leerung hier je nach Frequenz durchaus erst alle paar Wochen notwendig wird. Trenntoiletten können auch mit Passivlüftung genutzt werden, die Entlüftung ist dann jedoch nicht so zuverlässig.

3. Komposttoiletten
Bei Komposttoiletten wird die Kompostierung teilweise bis fast komplett in der Toilette vollzogen. Die schnelle Kompostierung wird zumeist durch interne Rührwerke und Heizungen erreicht. Die Masse der Ausscheidungen wird dadurch so stark verringert, dass eine Leerung des Sammelbehälters sehr selten erfolgen muss.

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Gibt es eine Übersicht über die Trockentoiletten?

Einsatzorte
  • Wohnhaus
  • Gartenlaube, Kleingarten, Ferienhaus
  • Camping bzw. Zeltlager
  • Baustellen - statt Miettoiletten-Container
  • Wohnmobil - flexibler als Standard Kassetten-Toiletten
  • Waldkindergarten bzw. Naturkindergarten
  • temporäre Gastronomi, Freizeitanlagen, Golfplätze, Reiterhöfe
  • Yachten
Separett Villa 9000 (Trenntoilette)

hat den leistungsstärksten Lüfter und kann dadurch die Ausscheidungen im Sammelbehälter am intensivsten belüften. Dies ist auch dann günstig, wenn das Entlüftungsrohr über längere Strecken und mit mehreren Biegungen geführt werden muss. Der elektrische Lüfter funktioniert mit der regulären 230V-Versorgung aus dem Stromnetz und ist in zwei Stufen regelbar. Villa ist das Modell mit den potenziell längsten Leerungsintervallen und daher für den Dauergebrauch mit mehreren Personen vorteilhaft - und es ist standardmäßig mit insgesamt drei Sammelbehältern zum Wechseln ausgestattet.

Separett Villa 9010 (Trenntoilette)

ist baugleich mit Villa 9000, jedoch mit einem 12V-Ventilator ausgestattet. So eignet es sich insbesondere für den Betrieb mit Batterie und oder Solaranlagen (entsprechendes Batteriekabel im Lieferumfang enthalten). Mit dem mitgelieferten 230V/12V-Netz-Adapter, der einfach an die Buchse des Lüfterblocks angeschlossen werden kann, ist aber auch der Betrieb am regulären Stromnetz möglich. Durch den niedrigen Strombedarf ergibt sich ein sehr energieeffizienter Betrieb, der für die meisten Einsatzorte eine ausreichende Ventilation sicherstellt. Bei geeigneten baulichen Verhältnissen (möglichst gerade Lüfterrohrführung bis über Dach, exponierte Lage) kann die Version 9010 auch mit Passivlüftung oder zusammen mit den als Zubehör erhältlichen windbetriebenen Lüfterrohraufsätzen betrieben werden.

Separett Weekend (Trenntoilette)

ist einfacher konstruiert und hat weniger Kapazität als Separett Villa. Sie hat keine Sichtschutzklappenmechanik, jedoch eine elektrische 12/230V Lüfterausrüstung. Es eignet sich gut für den Gebrauch bspw. im Gartenhaus. Sie ist einfach zu montieren und bietet TC-Sanitärkomfort zu relativ geringen Kosten. Weekend zeichnet sich durch ein robustes, stabiles und formschönes Gehäuse mit kompakten Abmessungen aus.

Separett Sanitoa (Trockentoilette)

ist wie Weekend, jedoch ohne Trennschale für die Urinseparation. Sie ist durch den Einsatz von Rindenschrot-Einstreu weitgehend geruchsfrei. Dank der Behälterhöhe hat es genug Kapazität für mehrere Benutzer bzw. Tage. Sanitoa kann einfach aufgestellt und ohne weitere Installation genutzt werden. Das praktische Bio-TC für jeden Ort. Auch als Mini verfügbar.

Separett Privy (Trenntoilette)

bietet eine kostengünstige Alternative für Einsatzorte mit gelegentlichem Gebrauch. Der Privy-Trenneinsatz ist zur Umrüstung und Aufwertung bestehender Außentoiletten geeignet, kann aber bei etwas handwerklichem Einsatz auch als Basis für eine individuell gestaltete Trenn-Toilette im Eigenbau dienen. Zur Ergänzung werden Sammelbehälter, Lüftungsrohre, Regenhaube sowie elektrische bzw. windbetriebene Lüfter angeboten.

Separett Rescue Camping (Trenntoilette)

ist die mobile Variante einer Trenntoilette, die aus einem soliden Klapprahmen als Toilettenstuhl mit einfach aufsteckbaren Trenntoilettensitz besteht. Zusammen mit Fäkalienbeuteln und einem Kanister kann man so praktisch überall von dem geruchsmindernden und umweltgerechten Trenn-System profitieren, ganz ohne baulichen Aufwand.

BIOLAN Maxi (Trockentoilette)

ist eine großvolumige Alternative für einfache aber gebrauchsstabile Außentoiletten bestehend aus einem thermoisolierten 200l Kompostbehälter mit Sitz und Passiv-Entlüftung. Die Toilette funktioniert ohne Urintrennung mit Einstreu und kompostiert direkt im Thermobehälter. Aufgrund der besonders robusten Konstruktion und des großen Volumens besonders für den langfristigen Dauerbetrieb im (halb-)öffentlichen Bereich (bspw. Hütten, Wald-/ Naturkindergärten oder Freizeitanlagen aller Art) geeignet. Ähnlich funktioniert auch BIOLAN Komplet, als Version mit 200 oder300  Liter verfügbar.

BIOLAN Komplet (Trockentoilette)

ist die kleinere Ausgabe der Maxi mit dennoch ausreichendem Volumen, jedoch ohne Thermoisolation des Gehäuses. Sie eignet sich gut als unkomplizierte Sanitärlösung für Außen- und Gartentoiletten. Zum Lieferumfang gehören Abluftrohre und Einstreu - alles komplett für den Start!

BIOLAN Naturum Komposttoilette (Trenntoilette)

separiert Urin in einen externen Sammelkanister oder leitet ihn zusammen mit anderem anfallenden „Grauwasser“- Abwasser ab. Die festen Ausscheidungen werden zusammen mit Streumaterial in einer rotierenden Trommel im Inneren des Gehäuses kompostiert. Über eine Entnahmeklappe kann ein Behälter mit Rohhumus entnommen und der weiteren externen Kompostierung zugeführt werden. Achtung: wegen der Feuchte im Kompostiermaterial in der Trommel sollte der Toilettenraum bei Gebrauch keinen Minusgraden ausgesetzt sein.

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Welches TC für welchen Zweck?

Modell

Urin separierend

geeigneter Ort

elektrischer Lüfter vs. passive Entlüftung

Kapazität

Einstreubedarf

Hersteller-Garantie

Details

Separett Villa

ja

universell, von
Gartenlaube bis
Dauernutzung in
Wohnhaus,
Wohnmobil u.a.

230V oder 12V, auch passiv

flexibel, je Behälter ca. 50 Personennutzungstage

ohne bzw. gering

5 Jahre

inkl. Kindersitz und umfangreichem Montagezubehör

Separatt Weekend

ja

Gartenlaube bis
Ferienhaus,
Wohnmobil

12/230V

flexibel, je Behälter ca. 30 Personennutzungstage

ohne bzw. gering

3 Jahre

lieferbar in Gehäusefarben weiß und "granit"-Optik

Separett Privy

ja

Außentoiletten,
Bauwägen,
Gartenlaube,
durch Selbstbau
Gehäuse variabel

ohne, optional passiv, auch mit 12V-Lüfterset oder Windlüfter

flexibel, je Behälter ca. 30 Personennutzungstage

gering

3 Jahre

inkl. 2,5m-Schlauch, verschiedene Varianten

Separett Camping

ja

Gartenlaube,
Camping,
Baustellen, mobil
und transportabel,
provisorisch

ohne

flexibel, kompostierbare Beutel

gering

3 Jahre

komplett mit Beuteln und Transporttasche

Biolan Naturum

ja

Wohnbereich,
beheizte
Badezimmer

passiv, optional
Hauslüftung,
elektr. Rohroder, Wind-Ventilator

in Dauernutzung
für 1-5 Personen

mittel

3 Jahre

mit integrierter
Kompostiermechanik
und Entnahmeklappe

Separett SaniToa Maxi

nein

Gartenlaube,
Camping,
Baustellen,
provisorisch

ohne, nachrüstbar

flexibel, je Behälter ca. 20 Personennutzungstage

hoch

3 Jahre

einfach aufstellbar, keine Installation

Separett SaniToa mini

nein

Gartenlaube,
Camping,
Baustellen,
provisorisch

ohne

ca. 6-8
Personennutzungstage

hoch

gesetzlich

einfach aufstellbar, keine Installation, Behälter 12l

Separett SaniToa medium

nein

Gartenlaube,
Camping,
Baustellen,
provisorisch

ohne

ca. 12
Personennutzungstage

hoch

2 Jahre

einfach aufstellbar, keine Installation, Behälter 22l, crémeweiß

Biolan Maxi

nein/ Drainage

Außentoiletten,
Vereinsgelände,
Naturkindergärten
u.a. - v.a .bei
Nutzung in kalter
Jahreszeit

passiv, optional Windlüfteraufsatz

wechselnde Nutzerzahlen, großer 200l-Behälter, Kompostierung

hoch

gesetzlich

thermoisolierter Kompostbehälter ideal für Dauernutzung im Außenbereich

Biolan Komplet

nein/ Drainage

Außentoiletten,
Gartenlaube

passiv, optional Windlüfteraufsatz

wechselnde Nutzerzahlen, großes Volumen in 120l Gehäuse

hoch

gesetzlich

keine inneren Wechselbehälter, TC-Korpus im Ganzen rollbar

Biolan Populett

optional mit oder ohne; Drainage

Außentoiletten,
Vereinsgelände,
Reiterhöfe, Rastplätze, Naturkindergärten u.a.

passiv, optional
Windlüfteraufsatz

größere
Nutzerzahlen,
großer 200l -
oder 300l-Behälter

hoch

gesetzlich

hohe Flexibiltät, da Unterteil als
Wechselbehälter fungiert, optional
zusätzliche Behälter

Biolokus kompakt

ja

speziall für Boote entwickelt, auch: Wohnmobil, Bauwagen, Ferienhaus

inkl. 12V Lüfter an Gehäuse, ggf. auch externer Lüfter

wiederkehrende gelegentliche Nutzung mit 1-3 Personen - integrierter Urintank 8l

mittel

5 Jahre

mit integrierter
Kompostiermechanik. Kompakteste Komposttoilette.

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Entstehen Gerüche?

Ist mit Geruchsbildung im Haus zu rechnen?

Nein. Sofern das Lüftungsrohr gründlich mit Silikon gedichtet ist, können keine Gerüche in den Raum entweichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen WCs mit den üblichen Badezimmerlüftungsanlagen werden die Gerüche gar nicht erst im Raum verteilt, sondern unmittelbar aus der Toilette selbst abgezogen; die Zimmerluft bleibt rein.

Ist außerhalb des Gebäudes mit unangenehmen Gerüchen zu rechnen?

Generell können schon durch die direkte Trennung von Urin und festen Ausscheidungen die von primitiven Abtritten berüchtigten fäkalen Gerüche gar nicht erst entstehen. Durch das Trenn-System bzw. spezielle Einstreu wird eine ausgeprägte Fäulnis vermieden. Nur nach Gebrauch kann ggf. in der Nähe des Lüftungsrohr-Auslasses Geruch wahrnehmbar sein, was allerdings nur in Eingangs- oder Aufenthaltsbereichen störend wirken könnte. Dies lässt sich - wo nötig - umgehen, indem das Lüftungsrohr bis über Dachhöhe geführt wird. Sonst reicht meist eine direkte Wanddurchführung.

Treten durch die Urinableitung oder dessen Ausbringung unangenehme Gerüche auf?

Für den Urinsammelbehälter oder den Anschluss an ein normales Haushaltsabwasserrohr gilt wie auch für den Sammelbehälter in der Toilette selbst, dass alle entstehenden Gerüche durch die Sogwirkung des Lüfters direkt abgezogen werden und daher nicht in den Raum entweichen können. Deshalb ist auch die Installation eines Siphons („Knie“, U-Rohr) als Geruchssperre fast immer unnötig; letzteres würde lediglich Urinsteinablagerungen begünstigen, wie sie regelmäßig bei der Vermischung von Urin und Wasser auftreten können. Aus diesem Grund sollte das Urinbecken in der Toilette auch nicht nach jedem Gebrauch mit Wasser gespült werden, sondern nur zur gelegentlichen Reinigung. Bei der Ausbringung des Urins werden Gerüche durch die Verdünnung - etwa 1:8, was auch für die Pflanzenverträglichkeit wichtig ist - weitgehend vermieden. Durch die Einleitung in eine Pflanzenkläranlage oder die Verrieselung über eine Lehmwand entstehen praktisch keine Gerüche, da diese durch den Boden gebunden werden bzw. durch die Einwirkung von Sauerstoff eine direkte Nitrifizierung (Stickstoffbindung) ohne Ammoniakbildung erfolgen kann. „Jauchige“ oder „fäkale“ Ausdünstungen bilden sich lediglich unter anhaltend sauerstoff-reduzierten Verhältnissen.

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Wie funktioniert die Belüftung?

Sollte der Lüfter kontinuierlich in Betrieb sein?

Ja. Der Stromverbrauch bei den Modellen mit aktiver, elektrischer Entlüftung ist relativ niedrig und der ständige Betrieb trägt generell zur Raumentlüftung bei und unterstützt ein trockenes Wohnklima. Außerdem ist der Lüfter im Dauerbetrieb weniger verschleißanfällig. Passive Entlüftung ist möglich - abhängig von den verschiedenen Modellen und Varianten.

Wie ist die Geräuschentwicklung durch die Ventilatoren?

Das durch die Lüfter hervorgerufene Geräuschlevel ist niedrig. Bei den mit 12V-Lüfter ausgestatteten Modellen bewirkt dies nur ein leises, kaum bemerkbares Brummen und auch bei dem Modell Villa 9000 liegt es unter der Geräuschentwicklung üblicher Badentlüftungen. Die Resonanzbildung ist umso niedriger, je direkter das Entlüftungsrohr aus dem Raum geführt werden kann.

Ist es besser, das Lüftungsrohr durch die Wand oder das Dach zu führen?

Sofern die baulichen Verhältnisse es zulassen, ist es einfacher, das Lüftungsrohr direkt durch die Wand zu führen. Eine Dachdurchführung erfordert mehr Aufwand, damit die Dichtheit gewährleistet bleibt. Hier ist es ggf. ratsam, eine spezielle Manschette zur Dachabdichtung zu verwenden, welche Sie über uns bzw. den Fachhandel beziehen können. Bei passiver Lüftung oder dem Einsatz mit den als Zubehör erhältlichen Windlüftern sollte das Lüftungsrohr in jedem Fall bis über Dachhöhe geführt werden - sei es seitlich durch die Wand oder direkt durch das Dach - damit genug „Zug“ entstehen kann. Es ist bei ungünstiger Lage auch hilfreich, das Lüftungsrohr zur Sonnenseite zu führen sowie dunkel zu ummanteln, um eine stärkere thermische Lüftungswirkung zu erzielen.

Muss das Lüftungsrohr isoliert werden?

Die Villa-Modelle haben eine integrierte Kondenswasserableitung und brauchen daher keine Isolation. Bei Privy, Weekend/ Sanitoa oder Biolan Maxi/ Komplet/ Populett kann eine Isolation des Lüftungsrohres empfehlenswert sein, sofern starke Temperaturdifferenzen auftreten.

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Was passiert mit dem Urin und Fäkalien?

Die Inhalte aus Humustoiletten müssen nach Entleerung aus den Sammelbehältern einer fachgerechten Kompostierung unterzogen werden. Das sollte möglichst in geschlossenen Kompostsystemen erfolgen. Für die (Nach-)Kompostierung nutzen Sie geeignete Kompostierbehälter mit Deckel. Wenn Sie den Biolan Thermo Komposter 220eco (Art 3070) verwenden: dieser ist vor allem effektiv zur Kompostierung in den Übergangsjahreszeiten bis in den Winter hinein und wenn man auf möglichst wenig Platz effizient kompostieren will bzw. muss.

Sind hygienische Bedenken gegen den Einsatz der Trenn-Toiletten berechtigt?

Nein. Bei normalem Gebrauch kommt es zu keinem Kontakt mit den Ausscheidungen. Urin ist auch bei Ausbringung auf Gartenflächen potenziell nicht pathogen. Die Fäkalien wiederum verbleiben im Sammelbehälter oder Kompost-Container in einem geschlossenen System der Kompostierung, durch das sämtliche eventuell auftretenden Pathogene abgebaut werden können und Humus als unbedenkliches und organisch wertvolles Endprodukt entsteht. Im Gegensatz zu Sammelgruben und Kanalrohren kann auch keine Verseuchung des Erdreiches oder von Grundwasserleitern auftreten.

Ist es zulässig, den Urinableitungsschlauch an eine vorhandene häusliche Abwasserleitung anzuschließen?

Generell bedürfen Nutzungsänderungen der Abwasseranlagen einer behördlichen Genehmigung. Die jeweils lokal oder regional zuständigen Behörden haben die Entscheidungsbefugnis. Es gibt diesbezüglich in Deutschland keine einheitliche rechtliche Regelung. Durch die Installation einer Trenn-Toilette ist allerdings keine Verschlechterung der bestehenden Verhältnisse gegeben, von daher sollten keine objektiv begründbaren Einwände zu erwarten sein.

Wie hoch soll das Gefälle der Urinableitung sein?

Es reicht ein Gefälle von ca. 2 % bzw. wenigen Zentimetern pro Meter. Wichtig ist, dass ein Gefälle durchgängig über die gesamte Strecke sichergestellt wird. Je stärker das Gefälle, um so geringer die Verstopfungsgefahr.

Ist die Urinableitung und -sammlung frostgefährdet?

Urin beginnt erst ab ca. - 5 Grad Celsius zu frieren. Überdies kühlt er von Körpertemperatur erst langsam ab. Wenn Leitung und Sammelbehälter nicht völlig exponiert im Freien liegen, besteht also keine Frostgefahr. Offene Leitungsstücke und der Sammelbehälter können bei Bedarf ohne größeren Aufwand isoliert werden.

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Funktion, Wartung und Reinigung

Braucht man für die Toilette bestimmte Zuschlagsstoffe?

Bei den Trockentoiletten mit Urin-Separation können sich die festen Ausscheidungen allmählich von selbst abbauen. Für eine erhöhte Bindung von Feuchtigkeit und um die Attraktivität für Fliegen zu mindern, kann nach Gebrauch einfach etwas trockene Gartenerde oder auch unsere spezielle Komposttoilettenstreu auf Rindenschrot-Basis zugegeben werden. Bei den nichttrennenden TCs empfiehlt sich die Verwendung dieses Kompost-Einstreumaterials.
Es gibt auch „Absorber“-Vlies zur Einlage in den Sammelbehälter der Toilette. Diese „Absorber“-Blätter helfen, überschüssige Flüssigkeit zu binden. In der Regel werden diese aber nicht unbedingt benötigt, sind aber bei Bedarf als Zubehör erhältlich. Bei der anschließenden Kompostierung im Garten empfiehlt sich die Mischung mit anderen Gartenabfällen wie Grasschnitt, Laub, Stroh, Häckselmaterial u. dgl. sowie die Abdeckung mit etwas Erde.

Wie sind die Toiletten zu reinigen?

Die TCs sind aus hochwertigem schlagfesten PP-Kunststoff mit glatter, fester Oberfläche gefertigt, der gegen Kratzspuren unempfindlich und daher leicht zu reinigen ist. Kot gelangt unmittelbar in die mit Einlegebeutel ausgeschlagenen Sammelbehälter und hinterlässt folglich sonst keine Spuren. Die Urinauffangschale von Villa und Privy hat zudem reinigungsfreundliche runde Formen ohne Kanten und Winkel und für eine saubere Erscheinung ist auch kein ständiges Nachspülen nötig. Es empfiehlt sich der Gebrauch von allgemein im Handel erhältlichen Mikrofasertüchern und ggf. etwas Flüssigseife. Von Zeit zu Zeit sollte bei Separett Villa das Steckgitter am Lüftereinlass gereinigt werden. Darüber hinaus besteht kein besonderer Aufwand.

Welche Art von Toilettenpapier soll verwendet werden?

Sie können jedes gebräuchliche Toilettenpapier (recycelte oder „frische“ Holzfaser-Zellstoff-Produkte) verwenden und mit in den Behälter geben.

Sind Fliegen mit diesen Toilettensystemen ein Problem?

Die Toiletten sind so konstruiert, dass der Sammelbehälter für Fliegen und andere Insekten kaum zugänglich ist. Auch der kontinuierliche Luftstrom bei Betrieb mit dem eingebauten Ventilator hilft, Fliegen fern zu halten. Schließlich sind die oben angeführten Zuschlagstoffe wirkungsvoll. Bei sporadischem Gebrauch und längerer Abwesenheit sollte der Sammelbehälter ausgetauscht und entleert oder zumindest mit dem Deckel verschlossen werden.

Funktioniert das Trenn-System für unterschiedliche Nutzer gleichermaßen?

Die Auffangschale des Trenn-Systems wurde nach Tests so gestaltet, dass sie für Frauen und Männer gleichermaßen funktioniert. Die Separett -Modelle sind in jedem Fall aber Sitz-Klosetts und dürfen von Männern nicht als Steh-Urinale missbraucht werden. „Villa“ (teilweise auch die Privy-Sets) wird zudem standardmäßig mit einem Aufsatz für die Urinauffangschale geliefert, mit dessen Hilfe die Separierung noch individueller optimiert werden kann. Für kleine Kinder gibt es außerdem einen bei Separett „Villa“ standardmäßig mitgelieferten, speziellen Kindersitz, der einfach aufgelegt wird. Dieser ist auch als Zubehör für die „Privy“-Sets und andere Trocken-Trenn-Toiletten geeignet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder schnell lernen wie sie richtig sitzen.

Welche Einlegebeutel lassen sich für den inneren Sammelbehälter verwenden? Sind sie kompostierbar?

Generell wird bei allen Separett -Modellen (außer Privy) eine Rolle Einlegebeutel mitgeliefert. Diese verhindern eine Verschmutzung des Sammelbehälters und vereinfachen die Entleerung und Reinigung. Die standardmäßig mitgelieferten aus festem und dennoch kompostierbaren Material (Polyethylen mit Pflanzenstärke) gefertigten Beutel bauen sich unter Kompostierungsbedingungen (ebenso wie die Absorbervlies-Blätter - vergleiche Zuschlagstoffe) allmählich vollkommen rückstandslos und umweltneutral ab. In Gebrauch sind sie bis zu 2 Monate stabil, bevor sie sich aufzulösen beginnen. Es gibt auch leichter kompostierende Beutel von guter Qualität geeignet für alle Komposttoiletten (vergleichen Sie unter Zubehör).

Die BIOLAN Komposttoiletten benötigen mit Ihrem großen Volumen keine Beutel. Durch die Mischung mit dem Biolan-Kompoststreu ist die Entnahme bzw. Umschichtung einfach und hygienisch.

Funktionieren die Trocken-Toiletten in unbeheizten Räumen?

Ja, mit Ausnahme der Biolan Naturum. Die Funktion der anderen Toiletten ist nicht temperaturabhängig. Die Toiletten selbst vertragen auch Frosttemperaturen, ohne in Funktion oder Materialbeschaffenheit eingeschränkt zu werden. Sie haben sich mittlerweile seit Jahrzehnten unter klimatisch rauen Bedingungen in Skandinavien bewährt.

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Wie werden die Behälter geleert, welches Fassungsvermögen haben diese?

Das variiert von Modell zu Modell - genaue Angaben dazu finden Sie in den Produktbeschreibungen.

Die Trenntoiletten bieten eine variable Kapazität: Urin beläuft sich auf bis zu 85% des Volumens menschlicher Ausscheidungen. Durch die Ableitung des Urins wird in der Toilette selbst nur wenig Volumen für Kot und Toilettenpapier in austauschbaren Sammelbehältern gebraucht. Daher reicht zum Beispiel die Kapazität eines Behälters (Separett Villa) bei Gebrauch durch eine Familie mit vier Personen für drei bis sechs Wochen. 

Durch Wechselbehälter (modellabhängig) ergibt sich eine hohe Flexibilität der Nutzung. Durch sie ist die Toilette immer gebrauchsbereit. Behälter mit Deckel sind gut transportabel. Daher kann die Vorkompostierung in den Behältern selbst oder gleich in einem Kompost-Container vermischt mit anderem Pflanzenmaterial erfolgen. Nach einer längeren Rotte sind potentielle Krankheitserreger abgebaut und Sie erhalten hochwertigen Humus für den Garten.

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Kompostierung (Umgang mit Urin und Kot)

Über den Umgang mit Kot, Kompostierung im Freien

Kot kann zusammen mit dem Toilettenpapier in hauseigenen Komposten oder in einer zentralen Kompostierungsanlage vererdet werden. Eine zentrale Kompostierung erlaubt sogar die Gewinnung von Biogas und Wärme.

Der Rotteprozess hängt von der Feuchtigkeit und Temperatur des Kompostes ab. Die Zugabe von weiterem organischen, stärke- (kohlenstoff)haltigen Material wie Stroh, Rindenhäcksel, Gartenschnittgut oder Hobel- und Sägespänen und die Regulierung der Feuchtigkeit des Kompostes über eine gezielte Regenwasserzugabe im ersten Jahr stellen hierbei einen effektiven Prozessverlauf sicher. Holzasche sollte nur weiß, d. h. holzkohlefrei, und mit Lehm oder Erde vermischt sparsam zugegeben werden, um die Kompostierung nicht zu behindern und den Kompost nicht zu alkalisch werden zu lassen.

Nach der Leerung des Sammelbehälters mischen Sie den Inhalt ein wenig durch, um Papieranhäufungen und ggf. nasse Stellen zu verteilen. Dabei sollte Material, das den Eintrag von Luftsauerstoff begünstigt, untergemischt werden. Besonders gute Luftkanäle bilden Stroh oder andere Hohlgräser wie Schafschwingel, aber auch Rindenhäcksel mit nicht zu grober aber auch nicht zu feiner Zusammensetzung ist dafür hilfreich. Durch Luftsauerstoff wird das Leben von Bodentieren und Bakterien ermöglicht, die den Humus verarbeiten.

Nachdem der Sammelbehälter ein Jahr lang auf denselben Komposthaufen entleert wurde, setzen Sie diesen Haufen um und beginnen auf einem neuen Platz den frischen Behälterinhalt aufzusetzen. Dabei fördert eine steile, hohe Form die Belüftung durch die Seitenflächen und den Rotteprozess. Dieser Haufen braucht nun Ruhe, damit Bodenlebewesen die Substanz durcharbeiten können. Am Ende eines weiteren Jahres setzen Sie beide Haufen separat um und beginnen einen dritten aufzusetzen. So verfahren Sie Jahr für Jahr, um in jeder Rottephase den spezifischen Bodenlebewesengruppen die gezielte weitere Umsetzung zu ermöglichen.

Nach einer relativ kurzen Rotte von zwei bis drei Jahren ist die Rohhumusmasse zwar hygienisch unbedenklich jedoch noch recht sauer und beinhaltet noch organische Substanzen, die z. B. wegen ihres zu hohen Stickstoffgehaltes treibend wirken und die Bodenfruchtbarkeitszone verflachen können. Das heißt, Wurzeln und Bodentiere halten sich vorzugsweise nur noch in den obersten Bodenschichten auf. Mit lange durchgearbeiteter Komposterde dagegen kann der Boden seine Fruchtbarkeit in immer tiefere Regionen hinein ausweiten, was z. B. auch die Erosionsfestigkeit begünstigt.

Wenn Sie genügend Geduld haben und dem Boden einen vollständig verrotteten und mineralisierten Humus zukommen lassen möchten, empfehlen wir bei mitteleuropäischen Verhältnissen für Komposte eine Rottezeit von mehr als vier Jahren. Dabei werden die Haufen natürlich immer kleiner, und schließlich bleibt eine kleine Menge mineralisierter Humussubstanz übrig, die in feinen Mengen zur Bodenverbesserung ausgebracht werden kann. Oft kommt nicht genügend Kompostmaterial zusammen, um einen Komposthaufen anzulegen. Dann ist es natürlich statthaft und sinnvoll, z. B. den Drei- mit dem Vierjährigen zu mischen und zur weiteren Rotte zu einem Haufen aufzusetzen.

Ihre Beobachtungen werden letztlich entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt zum Ausbringen erreicht ist. Langjährige Kompostierung hat den gewünschten Nebeneffekt, dass eventuell vorhandene Parasiteneier trotz ihrer Dauerhaftigkeit letztlich absterben. Bakterien und andere potenziell pathogene (krankheitserregende) Organismen werden (auch ohne Heißkompostierung in einer der ersten Rottephasen) letztlich ebenso bei langjähriger Kompostierung abgebaut, da sie nur einen beschränkten Zeitraum in einem für sie ungeeigneten Boden-Milieu überdauern können.

Kompostierung im Sammelbehälter oder einem geschlossenen Kompost-Container (Thermokomposter)

Wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist, kann Kot zunächst auch direkt im Sammelbehälter an einem geeigneten Ort kompostiert werden, während sich ein weiterer Sammelbehälter in der Kompost-Toilette füllt. Stellen Sie den Sammelbehälter auf trockenen Untergrund (z. B. Kies oder Bretter), um eine hohe Wärme zu halten. Mischen Sie etwas Humus oder Kompoststarter hinzu, um die nötigen Bodenlebewesen einzubringen. Wenn der Inhalt zu trocken ist, geben Sie ein wenig Wasser hinein. Bedecken Sie den Inhalt mit einer Schicht Erde. Drücken Sie den Deckel nur an einer Seite auf den Behälterrand, so dass Luftaustausch vorhanden ist. Nach mindestens sechs Monaten (je nach Temperatur) haben Sie mit etwas Begleitung bei der Rotteführung Rohhumus zum Nachkompostieren.

Da sich das Volumen zunehmend reduziert, kann dann der Behälterinhalt leichter transportiert und einer weitergehenden Kompostierung wie oben beschrieben zugeführt werden. Bei dieser Kompostierungsweise sind je nach Nutzungshäufigkeit mehrere Sammelbehälter sinnvoll.

Ebenso kann mit den handelsüblichen (Kunststoff-)Kompost-Containern mit festen Seitenwänden und Deckel verfahren werden. Ihr Vorteil liegt in der größeren Kapazität, den zuverlässiger erzielbaren hohen Rotte-Temperaturen und der geschützten und sicheren Aufbewahrung während des Kompostierungsprozesses. Gerade für die erste Stufe des Rotteverlaufs ist deren Einsatz vorteilhaft und empfehlenswert.

Über den Umgang mit Urin

Urin ist an sich und durch die separate Erfassung in den Trenntoiletten weitgehend hygienisch-steril. Pflanzenverträglich verdünnt (ca. 1 : 8) und in maßvollen Mengen auf nicht zu kleine Flächen ausgebracht ist er ein guter, unproblematischer Dünger. Vorsichtig dosiert (wenige Liter pro Kubikmeter frische Biomasse/ Jahr) fördert er auch die Umsetzung im Kompost (das Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis für die Lebensprozesse der abbauenden Mikroorganismen wird dadurch optimiert).
Der Separett „Ejektortank“ bietet eine entsprechende, komfortable Option zur direkten pflanzenverträglichen Ausbringung/ Verregnung, sofern Leitungswasser mit ausreichend Förderdruck vorhanden ist. Sonst eignen sich auch die als Zubehör angebotenen Sammelkanister mit passendem  Schlauchanschlußstück für die Urinableitung.

Ableitung über bestehende Abwassersammler

Urin kann bequem und ohne überflüssige Wasserverdünnung auch – sofern vorhanden - ins Abwasserrohr eingeleitet werden. Dies bietet sich besonders dann an, wenn Sie ein WasserClosett (WC) gegen ein TrockenClosett (TC) austauschen. Das Abluftrohr lässt sich dabei ebenfalls an das Abwasserrohr anschließen; die Luft wird so über die Dachentlüftung des Fallrohres nach draußen geleitet. Ebenso eignet sich zur Urin-Ableitung jedes andere Abflussrohr, z. B. eines Waschbeckens oder einer Dusche.

Ableitung in eine Pflanzenkläranlage (PKA)

Ein weiterer Weg ist die Einleitung des Urins zusammen mit anderen Abwässern in Pflanzenkläranlagen bzw. bepflanzte Bodenfilter. Pflanzenkläranlagen, durch die feststofffreies Abwasser geleitet wird, verstopfen nicht und können ohne Bodenaustausch über viele Jahre betrieben werden. Pflanzenkläranlagen lassen sich sehr flexibel der Personenzahl und den örtlichen Verhältnissen anpassen. Mit einer Trocken-Trenn-Toilette benötigen Sie nur etwa die Hälfte der sonst notwendigen Fläche und brauchen evtl. auch keine Schlammabsetzung zur Vorklärung. Dadurch sparen Sie Platz und Kosten. Wir vermitteln Ihnen gerne Fachleute, die eine für Ihre Bedürfnisse geeignete PKA entwerfen und auf Wunsch auch bauen.

Verieselung über eine Lehmwand

Ein bisher wenig genutzter Weg zur Urin-Umsetzung bei regelmäßig anfallenden größeren Mengen ist die Verrieselung über eine Lehmwand: Aus einem Sammelbehälter wird der Urin in Intervallen über eine senkrecht stehende Lehmwand gegeben. Die Lehmwand nimmt den Urin auf, lässt die Feuchtigkeit verdunsten und Salpeter auskristallisieren, der abgeschabt und in vorsichtiger Dosierung zu elementarem Luftstickstoff verbrannt werden kann. So wird der gebundene Stickstoff frei, belastet aber weder Boden noch Gewässer.

Bei Interesse am Bau einer Lehmwand fordern Sie bitte unser ausführlicheres Infoblatt ”Die Lehmwand” an. Auf Anfrage bemühen wir uns gerne, Ihnen einen Lehmbau-Fachmann in Ihrer Nähe zu vermitteln, der Ihnen bei diesem Pioniervorhaben, dem Bau einer Lehmwand mit Rat und Tat zur Seite steht.

Ergänzende Hinweise

Lange Nahrungsketten erzeugen! Menschliche Ausscheidungen sind nicht zur direkten Rückführung in den menschlichen Nahrungskreislauf geeignet. Die Nahrungskette sollte so lang wie möglich gehalten werden, damit die dabei gewonnenen Lebensmittel tatsächlich möglichst lebensvoll und so der menschlichen Ernährung und Entwicklung am besten dienlich sind. Deshalb sollten menschliche Ausscheidungen nach ihrer Vererdung nicht auf Nahrungsanbauflächen wie Gemüsebeete oder Getreidefelder ausgebracht werden. Geeignet sind z. B. Hecken, Parkgebiete, Zierpflanzen- oder Stauden-Beete. Völlig mineralisierter Humus kann auch im Wald ausgestreut werden.

Rechtliches - Grundsätzliche Vorkehrungen

Obwohl allgemein bekannt ist, dass auch die Schwemmkanalisation und die teilweise noch gängige Praxis zur Ausbringung von Klärschlamm auf Nahrungsmittelfeldern keine optimale Lösung darstellt, sind wir verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass die Entsorgung von Müll und Fäkalien bisher staatlicher Hoheit unterliegt, und dass zum Betrieb einer Toilette mit Eigenentsorgung bei der zuständigen Stelle ggf. eine Genehmigung eingeholt werden muss.

Insbesondere Im Kleingarten sind Trockentoiletten zur Kompostierung im Allgemeinen anerkannt und bevorzugt. Nicht nur im Hinblick auf die Förderung der Bodenfruchtbarkeit, sondern auch, um aus hygienischen Gesichtspunkten alle eventuell vorhandenen Krankheitserreger abzubauen, empfehlen wir eine Kompostierungszeit von mehr als drei Jahren. Die Verwendung von Rohhumus bereits nach einem halben Jahr Rotte im Sammelbehälter ist nicht ratsam. Zum hygienischen Transport des Sammelbehälters gibt es die passenden dicht schließenden Deckel. Die Kompostanlage ist vor versehentlichem Zugang, besonders gegenüber Kindern, zu sichern.

Literaturhinweise:

  • Claudia Lorenz-Ladener, Wolfgang Berger (Hrsg.): Komposttoiletten. Staufen/Freiburg überarbeitete Neuauflage 2008
  • Klaus Bahlo, Gerhard Wach: Naturnahe Abwasserreinigung. Staufen/Freiburg 1992
  • Jörg Lange, Ralf Otterpohl: Abwasser. Handbuch zu einer zukünftigen Wasserwirtschaft. Donaueschingen 1997
  • Hans Mönninghoff (Hrsg.): Wege zur Ökologischen Wasserversorgung. Staufen/Freiburg 1993
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Ist das nicht zu teuer?

Gerade bei Insellagen oder noch nicht vorhandenem Abwasseranschluss ist der Kauf und die Aufstellung einer Humustoilette wesentlich preiswerter als der Anschluss an die Kanalisation oder der Einbau einer Sammelgrube mit Anschluss an eine Wassertoilette. Auch ein normaler höherwertiger Toilettenstuhl einer Wassertoilette kostet teilweise mehr als eine mittelteure Trockentrenntoilette.

Eine Amortisation rein über die Wasserersparnis ist sicherlich schwierig, aber der ökologische Nutzen wiegt das für Sie eventuell auf!?

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Sind auch Ersatzteile erhältlich?

Ersatzteile sind größtenteils erhältlich. Bitte wenden Sie sich mit Anfragen bezüglich Ersatzteile an unseren Service unter serviceatereas.de, mit genauer Angabe um welches Ersatzteil und Modell es sich handelt. Wir informieren Sie dann über Verfügbarkeit und Preise. Im Garantiefall erhalten Sie selbstverständlich alle notwendigen Ersatzteile bzw. einen Austauschartikel.

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